Die Behauptung, man könne anhand genetischer Daten vorhersagen, ob ein Kind einen Hochschulabschluss erreicht, ist kein wissenschaftlicher Fortschritt – sondern ein Rückschritt in vereinfachendes Denken.

Was hier als „Erkenntnis“ verkauft wird, ist in Wahrheit eine grobe Verzerrung der Faktenlage. Die zugrunde liegende Forschung arbeitet mit statistischen Wahrscheinlichkeiten in großen Gruppen. Sie sagt nichts darüber aus, welchen Lebensweg ein einzelner Mensch tatsächlich einschlägt. Wer daraus individuelle Prognosen ableitet, verlässt den Boden seriöser Wissenschaft.

Bildungserfolg ist kein Produkt der DNA. Er entsteht im Zusammenspiel von Familie, Schule, Leistungsbereitschaft und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Genau dieses Zusammenspiel wird in der verkürzten Darstellung oft ignoriert. Übrig bleibt eine scheinbar einfache Erklärung – und genau darin liegt das Problem.

Solche Aussagen sind nicht nur fachlich falsch, sondern auch politisch brisant. Wer suggeriert, Lebenswege seien genetisch vorgezeichnet, stellt das Leistungsprinzip infrage. Er relativiert individuelle Anstrengung und öffnet Tür und Tor für eine neue Form der Vorfestlegung menschlicher Entwicklung.

Das ist kein Fortschritt, sondern ein gefährlicher Denkfehler.

SOCIAL MEDIA LEISTE

Folgen & Vernetzen

Telegram X Facebook

CALL TO ACTION: MITMACHEN

Politik lebt vom Mitmachen

Bürgernähe statt Elitenzirkel. Wenn Sie Veränderung wollen – schreiben Sie mir.

Kontakt aufnehmen